Energie verstehen. Bewusst entscheiden.Ihr Zuhause. Ihre Wahl.
Verständlich erklärt

Grundpreis und Arbeitspreis beim Strom: Unterschiede einfach erklärt

Auf Ihrer Stromrechnung stehen meist Grund- und Arbeitspreis: Der Grundpreis ist fest, der Arbeitspreis fällt für jede verbrauchte Kilowattstunde an. Die Jahreskosten hängen von beiden Preisen und Ihrem Verbrauch ab. Ein niedriger Arbeitspreis macht einen Tarif deshalb nicht automatisch günstiger.…

Zwei Menschen prüfen Unterlagen am Tisch.
KI-generiertes Symbolbild
In diesem Ratgeber
  1. Grundpreis und Arbeitspreis erklärt
  2. Jahreskosten für Strom berechnen
  3. So lesen Sie die Stromrechnung
  4. Warum der Arbeitspreis nicht genügt
  5. Feste und dynamische Stromtarife

Auf Ihrer Stromrechnung stehen meist Grund- und Arbeitspreis: Der Grundpreis ist fest, der Arbeitspreis fällt für jede verbrauchte Kilowattstunde an. Die Jahreskosten hängen von beiden Preisen und Ihrem Verbrauch ab. Ein niedriger Arbeitspreis macht einen Tarif deshalb nicht automatisch günstiger. Bei geringem Verbrauch wirkt sich ein hoher Grundpreis stärker aus. Bei hohem Verbrauch zählt der Preis pro Kilowattstunde stärker.

Grundpreis und Arbeitspreis erklärt

Der Grundpreis fällt unabhängig davon an, wie viel Strom Sie verbrauchen. Anbieter nennen ihn meist als Monats- oder Jahresbetrag. Auch bei einem sehr niedrigen Verbrauch zahlen Sie diesen festen Anteil grundsätzlich weiter.

Der Arbeitspreis gilt für jede verbrauchte Kilowattstunde, abgekürzt kWh. Er wird meist in Cent pro Kilowattstunde angegeben. Je mehr Strom Sie verbrauchen, desto stärker beeinflusst dieser Preis Ihre Kosten.

Die Bezeichnungen zeigen, wie der Tarif berechnet wird. Jeder Anbieter kann aber andere einzelne Kosten dem Grund- oder Arbeitspreis zuordnen.

Jahreskosten für Strom berechnen

Für einen üblichen Tarif mit festen Preisen gilt vereinfacht:

Jahreskosten = Jahresverbrauch × Arbeitspreis + jährlicher Grundpreis

Steht der Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde, teilen Sie ihn für die Rechnung durch 100, um den Preis in Euro pro kWh zu erhalten. Ein zusätzlicher Messpreis kann hinzukommen, wenn er nicht bereits im Grundpreis enthalten ist.

Bei niedrigem Jahresverbrauch kann ein Tarif mit höherem Grundpreis trotz günstigerem Arbeitspreis teurer sein. Mit steigendem Verbrauch kann sich das Verhältnis umkehren. Entscheidend sind die Jahreskosten, berechnet mit den konkreten Tarifpreisen und Ihrem eigenen Jahresverbrauch.

Person beim Ablesen eines geschlossenen Stromzählers.
KI-generiertes Symbolbild

So lesen Sie die Stromrechnung

Suchen Sie auf Ihrer letzten Jahresabrechnung danach, wie viele Kilowattstunden abgerechnet wurden und welche Grund- und Arbeitspreise gelten. Der Abrechnungszeitraum umfasst häufig ein Jahr, muss aber nicht dem Kalenderjahr entsprechen. Haben sich die Preise während des Abrechnungszeitraums geändert, zeigt die Rechnung die einzelnen Preiszeiträume.

Prüfen Sie auch, wie der Anbieter den Verbrauch ermittelt hat. Die Abrechnung sollte angeben, ob der Zählerstand abgelesen oder der Verbrauch geschätzt wurde. Wurde stattdessen ein Ersatzwert verwendet, sollte auch das daraus hervorgehen. Bei einer Schätzung müssen der Grund und die verwendeten Faktoren genannt werden.

Der Rechnungsbetrag ist nicht automatisch der Betrag, den Sie noch zahlen müssen. Der Anbieter zieht bereits geleistete Abschläge von den Gesamtkosten ab. Danach ergibt sich eine Nachzahlung oder ein Guthaben. Für eine grobe Abschlagsschätzung können Sie die erwarteten Jahreskosten einschließlich eines möglichen Messpreises durch zwölf teilen. Ein Bonus ist dabei nicht automatisch berücksichtigt.

Warum der Arbeitspreis nicht genügt

Der Arbeitspreis zeigt, was eine zusätzliche Kilowattstunde kostet. Die Jahreskosten hängen neben dem Arbeitspreis auch vom Grundpreis und Ihrem Verbrauch ab. Bei einem Haushalt mit niedrigem Verbrauch kann ein hoher Grundpreis den Vorteil eines günstigen Arbeitspreises aufzehren. Bei einem hohen Verbrauch gewinnt der Arbeitspreis mehr Gewicht.

Vergleichen Sie deshalb die geschätzten Jahreskosten bei Ihrem eigenen Verbrauch. Nutzen Sie dafür möglichst den Verbrauch aus Ihrer letzten Abrechnung und die Bruttopreise. Rechnen Sie mögliche Zusatzkosten wie einen separat berechneten Messpreis mit ein. Boni sollten Sie zunächst getrennt betrachten: Sie können an Bedingungen geknüpft sein und zeigen nicht unbedingt, was der Tarif im laufenden Betrieb kostet.

Auch Laufzeit, Preisgarantie und Bonusbedingungen gehören zur Entscheidung. Ein Tarif mit niedrigen Jahreskosten passt nur dann, wenn seine Bedingungen für Sie ebenfalls stimmen.

Feste und dynamische Stromtarife

Bei einem gewöhnlichen Tarif bleibt der vereinbarte Arbeitspreis für den jeweiligen Preiszeitraum fest. Bei einem dynamischen Stromtarif hängt der Arbeitspreis dagegen vom Börsenpreis ab und verändert sich. Die einfache Jahresrechnung mit einem einzigen Arbeitspreis bildet dessen tatsächliche Kosten dann nicht genau ab. Für den Vergleich zählt, wie der Tarif den Preis festlegt und wie sich Ihr Verbrauch über die Zeit verteilt.

Das könnte Sie auch interessieren.