In diesem Ratgeber
Analoge und digitale Stromzähler messen, wie viel Strom seit ihrem Einbau verbraucht wurde. Sie zeigen den Wert in Kilowattstunden (kWh) an. Den Verbrauch für einen Zeitraum berechnen Sie, indem Sie den früheren Zählerstand vom aktuellen abziehen.
Bei einem Doppeltarifzähler berechnen Sie Hochtarif und Niedertarif getrennt. Bei einer Photovoltaikanlage unterscheiden Sie außerdem zwischen Strombezug aus dem Netz, eingespeistem Solarstrom und dem gesamten Haushaltsverbrauch.
Stromverbrauch aus zwei Zählerständen berechnen
Notieren Sie Zählerstand und Datum am Anfang und Ende des Zeitraums. Die Differenz berechnen Sie so:
Aktueller Zählerstand − früherer Zählerstand = Verbrauch
Bei Ablesungen im Abstand von genau zwölf Monaten entspricht die Differenz dem Jahresverbrauch. Für einen kürzeren Zeitraum können Sie den Verbrauch auf 365 Tage hochrechnen:
Geschätzter Jahresverbrauch = Verbrauch während des Zeitraums × 365 ÷ Anzahl der Tage
Die Hochrechnung liefert lediglich einen Schätzwert. Je nach Jahreszeit, Urlaub oder veränderten Gewohnheiten fällt der tatsächliche Jahresverbrauch höher oder niedriger aus.
Digitalen Zähler ablesen
Manche digitale Stromzähler zeigen die Messwerte abwechselnd auf dem Display an. Bei anderen Modellen wechseln Sie mit einer Taste oder einem optischen Sensor zur nächsten Anzeige. Notieren Sie sowohl die Kennzahl, also die Nummer des Messwerts, als auch den dazugehörigen Wert.
| Kennzahl | Bedeutung |
|---|---|
| 1.8.0 | Strombezug aus dem öffentlichen Netz |
| 1.8.1 und 1.8.2 | Verbrauch in zwei Tarifregistern |
| 2.8.0 | Strom, der ins Netz eingespeist wurde |
Für die Verbrauchsrechnung brauchen Sie einen Zählerstand in kWh. Eine Anzeige in W oder kW gibt dagegen die momentane Leistung an, also wie viel Strom gerade genutzt oder erzeugt wird. Sie lässt sich nicht als Zählerstand für die Differenzrechnung verwenden.
Ein digitaler Zähler übermittelt die Werte nicht automatisch an den Stromanbieter. Eine moderne Messeinrichtung mit digitaler Anzeige ist nicht zwingend ein intelligentes Messsystem mit Kommunikationsmodul. Auch gespeicherte Tages- oder Monatswerte zeigt nicht jedes Zählermodell an. Wenn die Anzeige unklar ist, hilft die Bedienungsanleitung des Zählers oder eine Auskunft des Messstellenbetreibers, also des Unternehmens, das den Zähler betreibt.

HT- und NT-Verbrauch getrennt berechnen
Ein Doppeltarifzähler erfasst den Verbrauch in zwei getrennten Registern (Zählwerken): HT steht für Hochtarif, NT für Niedertarif. Ziehen Sie für jedes Register den früheren Stand vom aktuellen ab und addieren Sie anschließend die beiden Verbrauchswerte.
| Register | Früherer Stand | Aktueller Stand | Verbrauch |
|---|---|---|---|
| HT | 8.100 kWh | 9.020 kWh | 920 kWh |
| NT | 2.400 kWh | 2.850 kWh | 450 kWh |
| Gesamt | 1.370 kWh |
Die Kennzahlen 1.8.1 und 1.8.2 bezeichnen die beiden Tarifregister. Welche Kennzahl am eigenen Zähler HT und welche NT zugeordnet ist, hängt vom Zähler und seiner Konfiguration ab. Prüfen Sie die Anzeige am Zähler oder in dessen Anleitung, denn aus der Kennzahl allein lässt sich die Tarifzuordnung nicht ableiten. Der konkrete Tarif bestimmt auch die Zeiten für HT und NT.
Haushaltsverbrauch mit Photovoltaik berechnen
Bei einer Photovoltaikanlage misst ein Zweirichtungszähler getrennt, wie viel Strom Sie aus dem Netz beziehen und wie viel Sie ins Netz einspeisen. Die von der Anlage erzeugte Strommenge heißt PV-Erzeugung. Der Wert 1.8.0 zeigt den Netzbezug. 2.8.0 erfasst die eingespeiste Strommenge. Da selbst genutzter Solarstrom nicht über das Bezugsregister des Netzes läuft, zeigt 1.8.0 allein nicht den gesamten Stromverbrauch des Haushalts.
Für denselben Zeitraum gilt:
Selbst genutzter Solarstrom ergibt sich aus PV-Erzeugung minus Einspeisung
Der gesamte Haushaltsverbrauch ergibt sich aus Netzbezug plus selbst genutztem Solarstrom
Neben den Zählerständen benötigen Sie für diese Rechnung auch die PV-Erzeugung desselben Zeitraums. Den Erzeugungswert finden Sie je nach Anlage beispielsweise auf einem Erzeugungszähler oder in der Anlagenanzeige. Netzbezug und Einspeisung allein reichen für die Berechnung des gesamten Haushaltsverbrauchs nicht aus.
Zählerstände dokumentieren
Gleichen Sie zuerst die Zählernummer mit Ihrer Abrechnung ab, damit Sie den richtigen Zähler erfassen. Halten Sie anschließend den angezeigten Stand sowie Datum und Kennzahl fest. Ein Foto hilft, die Ablesung später nachzuvollziehen. Verwenden Sie für Vergleiche stets dieselben Register und berücksichtigen Sie bei HT und NT beide Werte getrennt. Bei einer PV-Anlage halten Sie die Werte separat fest: Netzbezug, Einspeisung und Erzeugung.


